Weltweit erste Studie zu Verletzungen beim Wingfoilen veröffentlicht
- 31. Okt. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Mai
Das Wingfoilen, als eine vergleichsweise junge Wassersportdisziplin, hat in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen. Doch obwohl dieser aufregende Sport immer mehr Anhänger findet, hat es bisher keine umfassende Untersuchung zu den damit verbundenen Verletzungen gegeben. Das hat sich nun geändert.

Dr. Thomas Gangl und das Team des Surfmedizin haben Licht ins Dunkel gebracht und die weltweit erste medizinische Studie zum Verletzungsrisiko im Open Access Journal of Sports Medicine (OAJSM) veröffentlicht.
Die Entwarnung vorweg: Wingfoilen ist nicht gefährlicher als Kitesurfen oder Windsurfen.
Mit einer Inzidenz von 5,7 Verletzungen pro 1000 Stunden bewegt sich der Sport im absolut grünen Bereich des modernen Wassersports.
Die Fakten: Was passiert auf dem Wasser?
Für die Studie wurden die Daten von 415 aktiven Wingfoiler:innen ausgewertet. Rund 31 % erlitten im Untersuchungszeitraum mindestens eine Verletzung. Die Hotspots im Überblick:
Hauptzielscheibe Beine: Die meisten akuten Verletzungen betreffen Füße, Unterschenkel und Knie (meist Prellungen, Schnitte oder Zerrungen).
Gefahrenzone Fußschlaufe: 24 % aller Sprunggelenks- und 6 % der Knieverletzungen passierten, weil Fahrer:innen im Sturz in den Schlaufen hängen blieben.
Rippenrisiko: Schwere Akutverletzungen (wie Knochenbrüche) betrafen meistens den Brustkorb durch harte Einschläge.
Chronische Überlastung: Wer viel fliegt, spürt das langfristig vor allem in den Schultern (Haltearbeit des Wings) und den Knien (Ausbalancieren des Foils).
Gut zu wissen: Kollisionen mit anderen Wassersportlern sind extrem selten. Satte 77,5 % aller Unfälle sind Eigenverschulden – ausgelöst durch Fahrfehler infolge von Müdigkeit und Erschöpfung. Das Hauptrisiko ist also das eigene Material.
Die Top-4 Präventionstipps der Surfmedizin
Aus den Daten lassen sich klare Empfehlungen ableiten, damit ihr verletzungsfrei durch die Saison kommt:
Schutzausrüstung nutzen: Helm und Prallschutzweste (Impact Vest) sollten Standard sein. Sie schützen effektiv vor Gehirnerschütterungen und den typischen Rippenprellungen/-brüchen.
Fatigue-Management (Pausen machen): Die meisten Fehler passieren bei Erschöpfung. Beendet die Session, bevor die Konzentration komplett nachlässt.
Schlaufen richtig einstellen: Die Fußschlaufen so wählen, dass man im Sturzfall leicht und sauber herausrutscht – oder im Freeride-Bereich direkt "strapless" fahren.
Ausgleichstraining: Stärkt an flauen Tagen gezielt eure Rotatorenmanschette (Schulter) sowie die Knie- und Rumpfstabilität.
Fazit
Die Surfmedizin-Studie zeigt: Wingfoilen ist ein sicherer Sport, wenn man mit Köpfchen agiert. Schutzausrüstung an, Kräfte richtig einteilen und ab aufs Wasser!
Zur Studie: Gangl T, Balke M, Thuenemann K. Sports Injuries While Wingfoiling. OAJSM. 2023:14:69-78.


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